Freiwillige Feuerwehr Denkendorf

Wie funktioniert eine Freiwillige Feuerwehr? (Fortsetzungsreihe in 3 Folgen) Folge 1 – Die Struktur einer Freiwilligen Feuerwehr

Regelmäßig berichten wir über unsere Einsätze hier in Denkendorf. Wir löschen Brände, retten Personen aus verunfallten Fahrzeugen, beseitigen Ölspuren, retten Tiere aus besonderen Notlagen.

Aber haben Sie sich schon einmal Gedanken gemacht, wie so ein Einsatz abläuft, nachdem Sie als Bürger einen Notruf über die 112 absetzen und darauf vertrauen schnelle und professionelle Hilfe zu erhalten?

Manche meinen wir wären eine Berufsfeuerwehr, weil wir ja ständig, 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr einsatzbereit sind. Die meisten staunen, wenn man Ihnen erklärt, dass die Denkendorfer Wehr eine Freiwillige Feuerwehr ist.

Aus diesem Grund wollen wir Ihnen einmal zeigen, wie die Freiwilligen Feuerwehren grundsätzlich und insbesondere in Denkendorf funktionieren.

Gesetzliche Vorgaben

Im § 1 Feuerwehrgesetz (FwG) heißt es: „Die Feuerwehr ist eine gemeinnützige, der Nächstenhilfe dienende Einrichtung der Gemeinde ohne eigene Rechtspersönlichkeit.“

Nach dem Feuerwehrgesetz Baden-Württemberg sind die Gemeinden dazu verpflichtet, Feuerwehren aufzustellen. Das bedeutet, jede Gemeinde muss für die Ausstattung einer Feuerwehr sorgen. Das Feuerwehrhaus, die Fahrzeuge, die technischen Geräte, die Schutzkleidung usw. muss von der Gemeinde beschafft und unterhalten werden.

Bei der notwendigen Ausstattung spielen die Größe der Gemeinde, sowie besondere Gefahren im Gemeindegebiet (Gewerbebetriebe, Schulen, Pflegeheime, Autobahnrastplatz, etc.) ebenso eine Rolle, wie die sogenannten Hilfsfristen. Das ist die Zeit, die die Feuerwehr maximal benötigen darf, von einer Alarmierung bis zum Eintreffen am Einsatzort.

In fast allen Gemeinden in BW, wird der abwehrende Brandschutz durch Freiwillige Feuerwehren sichergestellt. Die Feuerwehrangehörigen erhalten keine Bezahlung für Ihren Dienst, sie arbeiten ausschließlich ehrenamtlich. Berufsfeuerwehren dagegen gibt es in der Regel nur in Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern, wie z.B. in Stuttgart.

Organisation der Feuerwehr

Die Freiwillige Feuerwehr Denkendorf hat insgesamt ca. 120 Mitglieder. Aufgeteilt in ca. 60 Mitglieder in der Einsatzabteilung, 25 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, 20 Mitglieder in der Musikabteilung und 15 Mitglieder in der Altersabteilung.

Geleitet wird die Feuerwehr vom Kommandanten und seinen beiden Stellvertretern. Diese werden von den aktiven Feuerwehrangehörigen der Einsatzabteilung alle fünf Jahre gewählt. Nach der Wahl müssen sie durch den Gemeinderat bestätigt werden.

Die Feuerwehrführung ist für die technische und personelle Führung der Feuerwehr verantwortlich. Sie leitet in der Regel die Einsätze und sorgen mit der Planung von Übungen und Ausbildungen für die Weiterbildung der aktiven Feuerwehrfrauen und -männer.

Die Feuerwehr ist im Prinzip eine Abteilung der Gemeinde, vergleichbar mit z.B. dem örtlichen Bauhof. Oberster Dienstherr der Feuerwehr Denkendorf ist damit unser Bürgermeister, Herr Ralf Barth.

Die Jugendfeuerwehr und die einzelnen Abteilungen wiederum werden von dem Jugendfeuerwehrwart bzw. den Abteilungsleitern geleitet. Zusammen mit sechs gewählten Mitgliedern und der Feuerwehrführung bilden sie den Feuerwehr-Ausschuss. Dieser berät und unterstützt die Feuerwehrführung. Er wird in allen wichtigen Entscheidungen eingebunden.

Der organisatorische Aufbau einer Feuerwehr ist im FwG geregelt. Für die konkrete Umsetzung des Feuerwehrgesetzes hier in Denkendorf gibt es eine Feuerwehrsatzung, die vom Gemeinderat beschlossen wird.

Manches in der Feuerwehr funktioniert ähnlich wie in einem normalen Verein, aber gerade für den Einsatz- und Übungsdienst gibt es ganz spezielle Anforderungen. Diese sind im Feuerwehrgesetz, den Feuerwehrdienst- sowie den Unfallverhütungsvorschriften klar geregelt. Die Feuerwehrführung muss sich an diese Rechtsvorschriften halten und diese in der Feuerwehr umsetzen. Bei einem Verstoß dagegen könnte sie haftbar gemacht werden.

D.h. die Feuerwehrführung, und auch jeder einzelne Feuerwehrangehörige tragen eine große Verantwortung dafür, dass die (Pflicht-)Aufgaben einer Feuerwehr sicher und ordnungsgemäß erfüllt werden. Um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, muss jeder Feuerwehrangehörige entsprechend seiner Funktion regelmäßig aus- und fortgebildet werden. Die Fahrzeuge und Gerätschaften müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Auch dafür gibt es rechtsverbindliche Vorschriften. All das muss in der Feuerwehr organisiert und umgesetzt werden. Daher könnte man die Feuerwehr auch mit einem kleinen Unternehmen vergleichen. Wir „produzieren“ Sicherheit!

 

Auch wenn wir ehrenamtlich, freiwillig, mit Spaß und Freude unseren Dienst in der Feuerwehr versehen, so gehört doch ein sehr hohes Maß an Pflicht- und Verantwortungsbewusstsein dazu. Schließlich müssen wir den Bürgerinnen und Bürgern im Ernstfall qualifiziert helfen und unsere Familien sind froh, wenn wir alle wieder gesund nach Hause kommen.

 

Doch was sind eigentlich unsere Aufgaben und wie läuft ein Einsatz ab? Darüber berichten wir in den nächsten Folgen.